Web Scraping mit Claude: kostenlos Firmendaten sammeln
Ruwen Bädorf··7 Min. Lesezeit
Du beschreibst in einem Satz, welche Daten du brauchst, und bekommst sie als fertige Tabelle. Ohne Programmieren und ohne laufende Kosten.
Web Scraping mit Claude heißt: Du beschreibst in einem Satz, welche Daten du von welchen Seiten brauchst, und Claude holt sie dir als fertige Tabelle. Du brauchst dafür kein Programmieren, sondern ein kostenloses Werkzeug namens ScrapeGraphAI und drei Sätze, die du kopieren kannst.
Die meisten Anleitungen zu diesem Thema sind auf Englisch und für Entwickler geschrieben. Da geht es um Python-Bibliotheken, um Schnittstellen und um Schlüssel, die Geld kosten. Dabei ist der Weg, der für dich als Selbstständige zählt, deutlich kürzer.
Ich zeige dir hier genau den Ablauf, den ich selbst benutze, wenn ich eine Liste mit Firmen und Ansprechpartnern brauche.
Wie das im Video aussieht, siehst du in meinem Reel dazu auf Instagram.
Was Web Scraping mit Claude überhaupt bedeutet
Scraping heißt, dass ein Programm Internetseiten aufruft und die Angaben herausschreibt, die dich interessieren. Ein Mensch macht das mit Augen und Zwischenablage, ein Programm macht es tausendfach.
Der neue Teil daran ist Claude. Früher musste jemand für jede Seite eine eigene Regel schreiben, weil jede Seite anders aufgebaut ist. Heute liest die KI die Seite und versteht selbst, wo der Firmenname steht und wo die E-Mail-Adresse.
Genau das macht ScrapeGraphAI. Es ist ein offenes Projekt auf GitHub, das über 30.000 Entwickler gespeichert haben, und es steht unter der MIT-Lizenz. Das heißt, du darfst es privat und geschäftlich frei benutzen.
Claude allein kann das nicht. Claude kann dir zwar sagen, wie man es macht, aber er ruft nicht selbstständig hunderte Seiten auf. ScrapeGraphAI ist der Teil, der die Arbeit erledigt, und Claude ist der Teil, der ihn steuert.
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Web Scraping mit Claude einrichten: drei Schritte
Der ganze Aufbau dauert etwa zehn Minuten, und du tippst dabei keine einzige Zeile Code.
Zuerst öffnest du Claude Code in einem leeren Ordner auf deinem Rechner. Dann schickst du ihm den Link zum Projekt und den Satz, dass er es installieren soll. Und du gibst ihm mit, dass er ein lokales Modell über Ollama benutzen soll.
Der dritte Punkt ist der wichtigste, und er entscheidet darüber, ob dich die Sache etwas kostet.
ScrapeGraphAI gibt es nämlich zweimal. Es gibt das offene Projekt, das auf deinem Rechner läuft und nichts kostet. Und es gibt einen fertigen Dienst derselben Entwickler, der über einen Zugangsschlüssel läuft und nach Guthaben abgerechnet wird. Die Dokumentation des Dienstes nennt für den Fall, dass dein Guthaben leer ist, ausdrücklich die Fehlermeldung "Payment Required".
Wenn Claude dich also irgendwann nach einem Zugangsschlüssel für scrapegraphai.com fragt, bist du im falschen Weg gelandet.
| Offenes Projekt | Fertiger Dienst | |
|---|---|---|
| Wo es läuft | auf deinem Rechner | in der Cloud |
| Was es kostet | nichts | Guthaben je Abfrage |
| Was du brauchst | Ollama und zehn Minuten | einen Zugangsschlüssel |
| Für wen | alle, die es selbst betreiben wollen | Firmen mit sehr großen Mengen |
Für alles, was du als Selbstständige brauchst, reicht das offene Projekt völlig.
Was Claude beim Web Scraping für dich herausholt
Der eigentliche Auftrag ist ein normaler deutscher Satz. Du sagst zum Beispiel, dass er dir Handwerksbetriebe in München suchen soll, die eine eigene Website haben.
Dazu gibst du ihm noch mit, welche Felder in der Tabelle stehen sollen. In meinem Fall sind das immer dieselben fünf: Firmenname, Ansprechpartner, öffentliche E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Website.
Und du sagst ihm, was er wegwerfen soll. Einträge ohne Ansprechpartner fliegen raus, doppelte Firmen fliegen raus. Das ist der Unterschied zwischen einer Liste, mit der du arbeiten kannst, und einer Liste, die du erst zwei Stunden aufräumen musst.
Bei meinem ersten Durchlauf habe ich genau diesen Satz vergessen. Herausgekommen sind knapp 400 Zeilen, von denen die Hälfte nur eine allgemeine Adresse nach dem Muster info@ hatte, und bei etwa 60 Einträgen stand als Ansprechpartner der Name der Firma noch einmal drin. Ich habe dann eine Stunde in der Tabelle sortiert, bis mir aufgefallen ist, dass ich das dem Werkzeug auch einfach hätte sagen können. Seitdem steht in jedem meiner Prompts der Satz, dass unvollständige Einträge gar nicht erst in die Tabelle sollen.
Der zweite Fehler war, dass ich zu breit gesucht habe. Eine Suche nach Handwerksbetrieben in ganz Bayern liefert dir Tausende Treffer, mit denen du nichts anfängst. Eine Suche nach einem Gewerk in einer Stadt liefert dir 200, die du am selben Tag durchgehen kannst.
Warum Claude die Seiten nicht einfach selbst aufruft
Die naheliegende Frage ist, warum du überhaupt ein zweites Werkzeug brauchst. Claude kann doch im Internet suchen.
Das stimmt, aber es ist etwas anderes. Die Suche in Claude ist dafür gebaut, dir eine Frage zu beantworten, nicht dafür, hundert Seiten nacheinander abzuklappern und aus jeder dieselben fünf Felder herauszuschreiben. Nach ein paar Seiten hört er auf, weil er die Frage für beantwortet hält.
ScrapeGraphAI dreht das um. Es geht die Liste stumpf durch, ruft jede Seite auf und schreibt jedes Mal dieselben Felder heraus. Die KI kommt nur an einer Stelle ins Spiel, nämlich beim Verstehen der einzelnen Seite.
Der zweite Unterschied ist der Ort. Wenn du Claude im Browser suchen lässt, bleibt das Ergebnis in einem Chat, den du irgendwann nicht mehr findest. Läuft der Ablauf auf deinem Rechner, liegt am Ende eine Datei da, die du in Excel öffnen kannst.
Web Scraping mit Claude automatisch laufen lassen
Der Teil, der die Sache wirklich stark macht, kommt erst danach.
Du lässt Claude den Ablauf einmal abspeichern und jeden Morgen um sieben Uhr automatisch starten. Neue Treffer hängt er an deine bestehende Tabelle an, statt sie zu überschreiben. Firmen, die schon drinstehen, überspringt er.
Damit liegt jeden Tag eine aktuelle Liste da, ohne dass du irgendetwas anstößt. Das ist der Punkt, an dem aus einem Werkzeug ein System wird: Du baust es einmal, und danach arbeitet es ohne dich.
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Was du beim Web Scraping mit Claude beachten musst
Öffentlich zugängliche Firmendaten zu sammeln ist erlaubt. Beim Anschreiben wird es strenger, und das übersehen die meisten.
Werbe-E-Mails an Firmen ohne vorherige Einwilligung sind nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unzulässig, auch im Geschäftsverkehr. Beim Anruf gilt für Firmen ein etwas milderer Maßstab, nämlich eine mutmaßliche Einwilligung, wenn dein Angebot sachlich zu ihrem Geschäft passt.
In der Praxis heißt das: Die Liste ist dein Rechercheergebnis, nicht dein Verteiler. Der übliche Weg führt über einen Anruf, über LinkedIn oder über den Postweg.
Und es gibt eine zweite Grenze, die technischer Natur ist. Ein Teil der Treffer ist immer unbrauchbar, weil Seiten veraltet sind oder nur eine allgemeine Adresse angeben. Deshalb steht in meinem Prompt ausdrücklich, dass unvollständige Einträge aussortiert werden sollen.
Web Scraping mit Claude im Vergleich zu fertigen Anbietern
Es gibt fertige Werkzeuge, die dir Firmenlisten verkaufen. Sie sind schneller eingerichtet, weil du dich nur anmelden musst.
Der Unterschied liegt woanders, und er ist der eigentliche Grund für diesen Weg.
| Eigener Ablauf mit Claude | Fertiger Anbieter | |
|---|---|---|
| Einrichtung | einmal zehn Minuten | Anmeldung, sofort startklar |
| Laufende Kosten | keine, wenn lokal | Abo oder Guthaben |
| Was du suchen kannst | alles, was du beschreiben kannst | was der Anbieter vorsieht |
| Wo die Daten liegen | auf deinem Rechner | beim Anbieter |
| Wenn du wechseln willst | der Ablauf gehört dir | du fängst von vorn an |
Der zweite Punkt von unten ist der, den ich am wichtigsten finde. Ein Ablauf, den du selbst gebaut hast, läuft auch dann noch, wenn ein Anbieter seine Preise ändert oder zumacht.
Womit du anfängst, wenn du es heute ausprobieren willst
Nimm eine Branche und eine Stadt, die du gut kennst. Wenn du deine eigene Gegend nimmst, siehst du auf den ersten Blick, ob die Treffer stimmen, und merkst sofort, wenn etwas schiefläuft.
Lass den ersten Durchlauf klein. Zwanzig Treffer reichen völlig, um zu sehen, ob die Felder richtig gefüllt sind. Erst wenn das sitzt, drehst du auf und lässt ihn die ganze Stadt durchgehen.
Und schau dir die Tabelle wirklich an, bevor du sie benutzt. Eine automatisch gebaute Liste sieht immer ordentlich aus, auch wenn die Hälfte darin falsch ist. Zehn Zeilen stichprobenartig auf der echten Website gegenzuprüfen dauert fünf Minuten und erspart dir peinliche Anrufe.
Über Ruwen Bädorf
Ich bin Ruwen Bädorf und ich baue Systeme, die mit KI von allein arbeiten. Ich helfe Selbstständigen, ihre Arbeit einmal zu bauen statt jeden Tag zu wiederholen.
- Ich baue und betreibe die komplette Reel-Fabrik auf ki-imperium.com selbst, vom Skript über den Guide bis zur Auslieferung.
- Ich arbeite täglich mit Claude, Lovable und Higgsfield und zeige genau die Abläufe, die ich selbst fahre.
- Auf Instagram veröffentliche ich diese Abläufe als Reels, immer mit einem Guide zum Nachbauen.
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🔥 Der letzte Schritt fehlt dir noch? Im Guide zum Reel steht der komplette Ablauf mit allen drei Prompts. → Guide holen
Web Scraping mit Claude ist damit keine Sache für Entwickler mehr, sondern ein Ablauf, den du an einem Vormittag aufsetzt und danach jeden Morgen laufen lässt.
Häufige Fragen
Ist Web Scraping mit Claude legal?
Öffentlich zugängliche Firmendaten zu sammeln ist erlaubt. Strenger wird es beim Anschreiben: Werbe-E-Mails an Firmen ohne vorherige Einwilligung sind nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unzulässig, auch im Geschäftsverkehr. Die Liste ist dein Rechercheergebnis, nicht dein Verteiler.
Brauche ich Programmierkenntnisse für Web Scraping mit Claude?
Nein. Du beschreibst in normalen Sätzen, was du suchst, und Claude richtet das Werkzeug selbst ein. Der Aufbau dauert etwa zehn Minuten, in denen du keine Zeile Code tippst.
Was kostet Web Scraping mit Claude?
Das offene Projekt ScrapeGraphAI auf GitHub ist kostenlos und läuft auf deinem Rechner. Kostenlos bleibt es, wenn du dabei ein lokales Modell über Ollama nutzt. Der fertige Dienst derselben Entwickler läuft dagegen über einen Zugangsschlüssel und wird nach Guthaben abgerechnet.
Welche Daten kann ich mit Claude sammeln?
Alles, was öffentlich auf einer Seite steht. Üblich sind Firmenname, Ansprechpartner, öffentliche E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Website. Vorsicht bei Angaben, die nicht öffentlich sind: die gehören nicht in deine Tabelle.
Kann der Ablauf automatisch jeden Tag laufen?
Ja. Du lässt Claude den Ablauf einmal abspeichern und zu einer festen Uhrzeit starten. Neue Treffer hängt er an die bestehende Tabelle an, bereits erfasste Firmen überspringt er.
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