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KI Inhalte kennzeichnen: 5 Sätze, die reichen (2026)

KI Inhalte kennzeichnen: 5 Sätze, die reichen (2026)

Ruwen Bädorf··7 Min. Lesezeit

Seit dem 2. August 2026 musst du KI-Stimmen, KI-Avatare und generierte Bilder kennzeichnen. Hier stehen die fünf Sätze, die dafür reichen, und die Stellen, an denen ein Hinweis nichts bringt.

KI Inhalte kennzeichnen musst du seit dem 2. August 2026, sobald du Bilder, Stimmen oder Videos veröffentlichst, die echt wirken sollen. Der Hinweis gehört dabei in den Inhalt selbst und muss beim ersten Ansehen zu erkennen sein.

Das klingt nach Aufwand. In Wahrheit sind es fünf Sätze, die du einmal schreibst und danach nur noch einsetzt.

Genau die habe ich unten aufgeschrieben. Was ich in diesem Beitrag nicht mache: dir erklären, welcher Absatz der Verordnung wie heißt. Das findest du bei jeder Kanzlei. Was du dort selten findest, ist der fertige Wortlaut.

Wie das bei mir im Video aussieht, siehst du auf Instagram bei @ruwen.ai.

Was du bei KI Inhalte kennzeichnen wirklich tun musst

Die Pflicht steht in Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Sie gilt seit dem 2. August 2026 (Mittelstand-Digital Zentrum Berlin). Für generative KI-Systeme, die es schon vorher gab, läuft eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 (Händlerbund).

Betroffen bist du in drei Fällen. Der erste sind Bild-, Ton- und Videoinhalte, die real wirken, also der KI-Avatar mit deinem Gesicht und die geklonte Stimme. Der zweite ist der direkte Kontakt, etwa ein Chatbot auf deiner Seite oder eine KI-Stimme am Telefon. Der dritte sind Texte zu Themen von öffentlichem Interesse, wenn kein Mensch sie geprüft hat.

Die Ausnahme ist wichtiger, als die meisten denken. Sie greift, wenn ein Mensch den Inhalt überprüft und die redaktionelle Verantwortung übernimmt. Für deinen Blogtext, den du selbst überarbeitest, heißt das Entwarnung. Für die Stimme in deinem Reel heißt es nichts, denn die klingt trotzdem so, als hättest du sie gesprochen.

An die Kennzeichnung selbst stellt die Verordnung drei Anforderungen. Sie muss klar sein, sie muss vom übrigen Inhalt unterscheidbar sein, und sie muss spätestens bei der ersten Wahrnehmung ankommen. Seit Juni 2026 stellt die EU-Kommission dafür kostenlose Icons bereit, unter anderem „AI GENERATED" und „AI MODIFIED" (Mittelstand-Digital Zentrum Berlin). Du musst sie nicht benutzen, aber sie ersparen dir die Diskussion, ob dein Hinweis deutlich genug war.

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Wo du KI Inhalte kennzeichnen musst und wo es nichts bringt

Der häufigste Fehler ist nicht die fehlende Kennzeichnung. Es ist die Kennzeichnung an der falschen Stelle.

Ein Hinweis nur im Impressum oder in den AGB reicht für einzelne Inhalte in der Regel nicht aus. Geeignet sind Stellen direkt am Inhalt, also die Bildunterschrift, der Anfang eines Videos, das Chatfenster oder der sichtbare Bereich eines Social-Media-Beitrags (Händlerbund).

OrtTaugt als KennzeichnungWarum
Einblendung in den ersten Sekunden des VideosJaKommt bei der ersten Wahrnehmung an
Erste Zeile der CaptionJaSteht im sichtbaren Bereich, bevor jemand aufklappt
Zeile im Instagram-ProfilAls ErgänzungGilt für den Kanal, ersetzt aber nicht den Hinweis am einzelnen Video
Absatz auf der WebsiteAls ErgänzungGut für Leute, die es genau wissen wollen
Nur im ImpressumNeinNiemand liest es, bevor er das Video sieht
Grauer Kleinsttext am BildrandNeinNicht klar erkennbar, und es wirkt wie Vertuschung

Die letzte Zeile ist die, die mich am meisten stört. Wer so kennzeichnet, hofft sichtbar, dass es übersehen wird. Genau dieser Eindruck kostet dich mehr als jede Regel.

Die fünf Sätze, mit denen du KI Inhalte kennzeichnen kannst

Ich arbeite selbst mit einem KI-Avatar und einer Stimme, die meiner nachgebildet ist. Seit ich das von mir aus sage, statt darauf zu warten, dass jemand fragt, hat mich noch kein Kunde darauf angesprochen, außer aus Neugier. Zwei haben gefragt, wie das technisch läuft, und daraus wurde ein Gespräch über ihre eigenen Videos. Die Sorge, dass Offenheit Vertrauen kostet, hat sich bei mir nicht bestätigt, das Gegenteil war der Fall.

Hier ist der Ablauf, den ich fahre.

  1. Ins Profil kommt eine Zeile, die den ganzen Kanal einordnet und sagt, dass Stimme und Avatar KI sind.
  2. In die erste Zeile jeder Caption kommt ein Satz, der Stimme und Avatar dieses Videos als KI benennt.
  3. Ins Video selbst kommt in den ersten Sekunden eine lesbare Einblendung mit dem Wortlaut KI-Avatar und KI-Stimme.
  4. Auf die Website kommt ein Absatz darüber, welcher Teil der Produktion über KI läuft und wer die Verantwortung für den Inhalt trägt.
  5. Im Erstgespräch fällt der Satz von dir aus, bevor der Kunde fragt, zusammen mit dem Angebot einer Produktion ohne KI.

Punkt drei ist der einzige, der wirklich Pflicht ist. Die anderen vier sind der Unterschied zwischen einer erfüllten Vorschrift und einem Kunden, der dir glaubt.

Den vollständigen Wortlaut für alle fünf Stellen habe ich in einem Guide gesammelt, inklusive drei Caption-Varianten von locker bis sachlich.

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Warum KI Inhalte kennzeichnen dein Geschäft nicht kaputt macht

Die Sorge ist bei fast allen dieselbe. Wenn ich zugebe, dass es KI ist, nimmt man mich weniger ernst.

In der Praxis passiert das Gegenteil. Wer es von sich aus sagt, wirkt souverän, weil er offensichtlich nichts zu verbergen hat und weiß, was er tut. Verloren hat, wer es verschweigt und irgendwann erwischt wird.

Dazu kommt ein Punkt, den man leicht übersieht. Deine Kunden erkennen KI-Stimmen inzwischen selbst. Die Frage ist also nicht mehr, ob es auffällt, sondern nur noch, ob du es vor ihnen gesagt hast oder sie es vor dir gemerkt haben.

Bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten sind Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vorgesehen, abhängig vom Verstoß (Händlerbund). Für die meisten Selbstständigen ist diese Zahl nicht die eigentliche Gefahr. Die eigentliche Gefahr ist der Kunde, der still geht.

In zehn Minuten erledigt, wenn du KI Inhalte kennzeichnen willst

Nimm dir die fünf Stellen der Reihe nach vor. Die Zeile im Profil dauert eine Minute. Die Caption-Formulierung legst du einmal als Textbaustein an, dann steht sie bei jedem Beitrag. Die Einblendung baust du einmal in deine Videovorlage ein, nicht bei jedem Video neu. Der Website-Absatz kostet fünf Minuten. Den Gesprächssatz sagst du einmal laut, damit er im Termin sitzt und nicht nach Vorlesen klingt.

Danach ist das Thema erledigt und kommt nicht wieder. Das ist der Grund, warum ich es überhaupt so ausführlich aufschreibe. Es ist kein Projekt, es ist eine Viertelstunde.

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Über Ruwen Bädorf

Ich bin Ruwen, ich helfe dir zu mehr Reichweite, mehr Kunden, weniger Arbeit – mit KI-Systemen, die ohne dich laufen. Ich helfe Selbstständigen und Unternehmern dabei, mit KI ein Ein-Mann-Imperium aufzubauen: Systeme, die deine Arbeit übernehmen, während du Zeit für die Dinge hast, für die du eigentlich selbstständig geworden bist. Dadurch sparst du dir im Monat Wochen an Zeit, während du neue Follower, Kunden und Umsatz gewinnst – auch am Sonntag, auch im Urlaub, auch wenn dein Laptop zu ist.

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Und wie deine Texte trotz KI natürlich klingen, liest du in KI Texte menschlicher machen.

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Häufige Fragen

Muss ich KI-Texte kennzeichnen, die ich selbst überarbeitet habe?

Nein, wenn du den Text geprüft hast und die redaktionelle Verantwortung übernimmst, greift die Ausnahme. Bei Bild, Ton und Video, die echt wirken sollen, gilt das nicht.

Reicht ein Hinweis im Impressum?

Für einzelne Inhalte in der Regel nicht. Der Hinweis muss dort stehen, wo der Inhalt wahrgenommen wird.

Muss ich die offiziellen EU-Icons benutzen?

Du musst nicht. Sie sind seit Juni 2026 kostenlos verfügbar und ersparen dir die Diskussion, ob dein Hinweis deutlich genug war.

Gilt das auch für mich als Einzelunternehmer?

Ja, sobald du KI beruflich einsetzt und die Inhalte veröffentlichst. Die Größe des Unternehmens spielt für die Transparenzpflicht keine Rolle.

Was ist mit alten Videos, die schon online sind?

Für generative KI-Systeme, die vor dem Stichtag im Einsatz waren, gibt es eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Sinnvoll ist es trotzdem, die Kennzeichnung ab sofort bei jedem neuen Beitrag mitzudenken.

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